Über Nara Elling

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Hallo liebe Leserin!

Vorweg: Ich möchte hier niemanden ausschließen. Höchstwahrscheinlich werden diesen Blog auch Männer lesen, oder geschlechtsneutrale Personen, aber die deutsche Sprache ist nun einmal sehr begrenzt in ihrer Inklusion, deswegen bediene ich mich der Mehrheit meines Publikums wenn ich jemanden anspreche.

Ich heisse Nara und und ich werde dich hier mit “du” ansprechen. Ja, dem kleinen “du”. Ich persönlich finde das große “du” albern, wenn es um den privaten Bereich geht.

Also, Hallo! Willkommen auf meinem Blog.

Wie gesagt, ich heisse Nara und ich bin 38 Jahre alt.
Wenn ich diese Zahl so sehe, dann kommt mir das so gigantisch vor. Aber ich glaube das kommt jedem so vor, egal in welchem Alter man sich befindet.

Ich habe lange nach einem Sinn in meinem Leben gesucht.
Eine lange Zeit lang war ich es zufrieden nur mit mehr selbst in meiner kleinen Welt zu leben, aber in den letzten 4 Jahren hat sich viel getan, weswegen ich mich jetzt an einem Punkt befinde, wo ich nach “mehr” strebe.
Teilweise habe ich das schon abgedeckt, mit meinen Hobbies. Andererseits möchte ich aber auch gerne etwas machen, das jedem dient und nicht nur mir und ein paar wenigen.

Kennst du dieses Gefühl von Ungerechtigkeit, dass du dir wünschst du hättest bestimmte Informationen schon vor 20 Jahren gehabt und dass du dich ärgerst diese erst jetzt zu finden?

Genau das ist der Grund warum ich dieses Projekt gestartet habe.
Na gut, einer der Gründe.

Der andere Grund ist, dass es im deutschen Sprachraum so gut wie keine Informationen oder Selbsterfahrungsberichte gibt zu dem Thema Keto & Hashimoto. Alles dreht sich entweder nur um das eine, oder das andere. Und über Keto zu lesen ist toll, wenn man nicht der Typ für Paleo ist. Die Erfolgsgeschichten sind fast unglaublich und erinnern an die früheren Magazine die meine Mutter immer gelesen hat als ich noch ein Kind war. Man erkennt die Person kaum wieder. Natürlich ist es nicht einfach, aber ist man schon verzweifelt genug, um umzusteigen?

Und dann natürlich noch das leidige Problem Hashimoto.

Was ist das eigentlich? Mein Arzt meinte nur “Ja, Sie haben eine Schilddrüsenunterfunktion” und mein späterer Endokrinologe sagte “Ja, Sie haben Hashimoto. Ihre Schilddrüse zerstört sich quasi selbst.”
Und das wars.
Nichts weiter.
Nichts, womit ich etwas anfangen könnte.

Als ich 2003 meine Schilddrüsenunterfunktion bestätigt bekam, brach für mich eine Welt zusammen. Ich war gerade mal Anfang 20 und mein Hausarzt meinte dazu auch noch “Sie werden Ihr Leben lang Medikamente nehmen müssen”.
Hallo? Geht’s noch? Wie uneinfühlsam kann man denn bitte sein?
Natürlich war ich schockiert. Ich dachte, ich müsste sterben.
Trotzdem weigerte ich mich die Medikamente zu nehmen. Mir ging es ja noch ganz gut. Verhältnismäßig.
Erst zwei Jahre später war ich dann soweit, mein Schicksal anzunehmen, nachdem ich mich wirklich elendig fühlte Tagein und Tagaus.
Und das ältere Semester wird sich daran erinnern wie schwierig es war damals an verständliche Information zu gelangen!

17 Jahre sind seit meiner Diagnose vergangen und ich kann endlich, zum ersten Mal, zurück schauen, um zu sehen welchen Weg ich bisher gegangen bin. Das war für mich bis jetzt immer schwierig, weil ich das entweder emotional nicht konnte, oder es mir schon gleichgültig war.
Zum ersten Mal fühle ich mich, als hätte ich einen Berg erklommen und kann in das Tal zurück schauen. Nicht, dass das Tal nur schlechtes beinhaltet, aber ich sehe meine Reise momentan als das verlassen des alten Tals und das erobern eines neuen Landes.

Ich kann ja nicht ewig auf dem Berg bleiben!


Kindheit

Ich will hier auch nicht zu persönlich werden. Ich könnte wahrscheinlich ein ganzes Buch füllen mit Dingen, die mir passiert sind, positiv wie negativ, aber hier dreht es sich ja um die Schilddrüse.

Bevor ich ins jugendliche Alter kam, war ich nie auffällig mit meinen Hormonen. Bei meiner Geburt wurde ich getestet und da gab es keinen Befund und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass irgendetwas vorgefallen wäre.
Ich war ein ganz normales Mädchen, hatte dünneres Haar als die meisten (liegt bei mir in der Familie) und war von normaler Statur. Meine Familie wollte mir immer “Babyspeck” andichten, aber wenn ich die Photos heute betrachte kann ich nicht im Geringsten erkennen, wo da Babyspeck hätte sein sollen. Aber wenn man auf dem Dorf aufwächst ist man eh ein paar Generationen hinterher. Meine Cousine war einen Ticken dünner als ich und wurde als “normal” empfunden, während man mich “moppelig” nannte. Ich hab mal ein Foto beigefügt, da kann jeder gern selber urteilen!
Meine Cousine ist links, ich in der Mitte und rechts eine Freundin. Nach der Gewichts-Skala meiner unmittelbaren Familie wäre dies so verlaufen (von links nach rechts):
Pummelig, fett.


Dass das rückblickend völliger Unsinn ist, weiss ich heute auch!


Jugend

Als ich mit ungefähr 13 Jahren zum ersten Mal meine Periode hatte, ging alles noch ganz gut. Meine damalige Frauenärztin war der Meinung, als junge Jugendliche müsse man unentwegt die Pille nehmen und ich glaube, dass da die ersten Probleme anfingen.
Ich nahm “etwas” zu. Nicht viel, aber genügend um nichtmehr als schlank/normal zu gelten. Gerade an den Beinen und im Hüftbereich nahm ich zu, was anscheinend darauf zurück zu führen ist, dass mein Estrogenspiegel zu hoch war.

Da ich aber sehr viel Sport machte, war es aber nicht so auffällig. Ich tanzte viel (Ballett und modernen Tanz) und ritt.
Erst als ich mit 16 aufhörte zu tanzen und zu reiten machte es sich langsam bemerkbarer. Ich nahm wieder etwas zu, ein paar Kilo vielleicht.
Es war das erste Mal, dass ich depressiv wurde. Also, richtig.

Mit 18 zog ich nach Berlin und ging dann auch direkt für 3 Monate in die USA. Ich stelle meine Ernährung von normaler Kost auf vegane Ernährung um und ich denke das mich das aus meiner Depression holte. Mir ging es besser und ich verlor einiges an Gewicht.


Zwanziger

Als ich 19/20 war ging dann gar nichts mehr. Ich erlitt eine so schwere Depression, wie sie die wengisten haben. Zusammen mit meinem Posttrauma war dies wirklich kaum ertragbar, aber ich kämpfte darum, dass alles wieder “normal” wird.
Nach den drei Monaten Tagesklinik versuchte ich mein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen, was mir aber so gut wie gar nicht gelang.
Meine Blutwerte wurden wieder einmal gemessen und es wurde festgestellt, dass ich an einer Unterfunktion litt.
Ich nahm im ersten Jahr fast 30 Kilo zu. Eine Mischung aus Fehldiagnose meiner Depression (falsche Medikamente), Trostessen und der Schilddrüsenerkrankung.

Ich wollte das zuerst nicht wahr haben… gerade mal 20 und dann auch noch ein Medikament auf Lebenszeit.

2 Jahre gingen ins Land in denen ich versuchte, das nicht wahrzuhaben. Ich aß wenig, aber wog immer mehr.
Mir ging es immer schlechter. Ich war schlapp, ich hatte für nichts Energie, meine Depression war zwar im Schach, aber körperlich fühlte ich mich einfach richtig schlecht.

Dann endlich hatte ich ein Einsehen und ich nahm die Tabletten, die man mir verschrieben hatte und es ging mir wieder etwas besser.

2007 ging ich dann die Behandlung meines Posttraumas an, was wirklich auch gut half, aber die Symptome einer PTSD und Hashimoto auseinander zu halten war wirklich sehr schwer und ich denke auch wenn die Therapie viel geholfen hat, sie konnte nicht gegen alles helfen da anscheinend einige Dinge auch die Schilddrüse verursachte.
Es wurde zum ersten Mal festgehalten, dass ich gegen bestimmte Nahrungsmittel unverträglich bin. Zitronensäure. Es wurde auch Gluten vermutet, aber nie weiter verfolgt.

2009 hatte ich mich wieder erschöpft und musste erneut in eine Klinik, um meine Depression zu behandeln. Ich nahm immer mehr zu. Teilweise durch falscher Ernährung, teilweise weil ich nur Kuchen anzuschauen brauchte.
Hier wurde zum ersten Mal festgestellt, dass ich eine Jodallergie habe.

Dreißiger

2012/2013 musste ich dann meine Umschulung abbrechen. Ich hatte in den Jahren davor schon immer wieder jeden Winter Lungenentzündungen gehabt (ich hab zu dem Zeitpunkt auch noch geraucht) und ich glaube das waren insgesamt 6 Lungenentzündungen seit 2007. Allerdings ging es mir nach meiner Lungenentzündung nicht besser und es folgten vier Versuche dies mit Antibiotika in Griff zu kriegen, was mich nur noch mehr schwächte.

Ich hatte zudem Unterleibsschmerzen, die sich aber anders anfühlten als die Periode oder PMS und nachdem meine Urologin nichts finden konnte, schickte sie mich zur Frauenärztin, die zwar nichts finden konnte, aber meinte ich solle einmal zum Gastroenterologen gehen, um meinen Darm untersuchen zu lassen.

Da in einer Magenspiegelung auch nichts gefunden wurde, dachte ich mir “Was soll der schon finden”, aber in der Tat fanden sich einige Polypen in meinem Darm, die wohl die Schmerzen verursachten und das Fieber.

Nach einiger Zeit begann ich dann meine Umschulung erneut. Leider war der Stress in der Ausbildung und der Stress durch die vorherige Erkrankung zuviel und ich wurde wieder Depressiv.
Ich muss dazu sagen, dass ich meine Schilddrüsenmedikamente auch sehr unregelmäßig nahm, aber es war nie etwas auffälliges im Blutbild.

Ein Jahr später, 2015 landete ich dann mit einer Blutarmut im Krankenhaus. Ich war so schwach, dass ich kaum laufen konnte und die Ärzte meinten nur, dass mein Herz wahscheinlich bald seine Arbeit eingestellt hätte.

Im Krankenhaus wurde dann auch PCOS festgestellt, aber es fiel nie ein Wort zu meiner Schilddrüse.

Im Sommer 2016 ging es dann erneut in eine Klinik, bei meinem (nicht leiblichen) Vater wurde Krebs festgestellt, was mich an den Abgrund trieb und mich fast so depressiv werden ließ wie damals 2002. Ich aß so gut wie nichts mehr, ich hatte nur noch Magenprobleme und Dauerdurchfall, ich nahm natürlich gar keine Medikamente mehr und nach meinem Geburtstag zog dann mein Ex-Freund die Reißleine und brachte mich zum Arzt.

2017 kam ich ins Krankenhaus, wurde ein bisschen aufgepäppelt und wieder nach Hause entlassen.

Nichts änderte sich.

Dann landete ich wieder im Krankenhaus mit meinem Symptomen und da wurde ich dann wieder stationär aufgenommen in die psychiatrische Klinik dank einer Ärztin die ich schon von früher kannte.

In 5 Wochen wurde ich so weit wieder hergestellt, dass ich relativ normal essen konnte. Medikamente wurden umgestellt.
Leider verstarb mein Vater in dieser Zeit.

Allerdings nahm das auch den Stress von mir.
Ich lebte wieder alleine (mein Ex und ich hatten uns ein halbes Jahr davor getrennt), alle Katastrophen waren passiert und ich musste erst einmal schauen, wie ich wieder auf die Beine komme.

Die letzten 3 Jahre habe ich versucht wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Meine Füße kribbelten, ich spürte meine Beine kaum noch, an beiden Händen hatte ich kribbelnde Kleine- und Ringfinger. Meine Haare fielen weiter aus. Ich nahm wieder an Gewicht zu. Ständig war mir kalt.

Selbst mit regelmäßiger Einnahme meiner Schilddrüsenhormone konnte ich keine Besserung der Symptome feststellen.

Erst nachdem ich meine Ernährung im November 2019 auf Keto umgestellt habe, seh ich endlich Veränderungen.

Mein Kopf ist klar und ich hab soviel Klarheit wie seit meiner Jugend nicht mehr. Ich kann endlich wieder meine Beine spüren und das Kribbeln in den Händen ist fast ganz verschwunden, nur in den Zehen merke ich noch etwas.
Über meine Haare kann ich nicht urteilen. Es ist nichts nachgewachsen, aber ich glaube es ist auch nichts weiter ausgefallen.
Mir ist immer noch kalt.
Aber dafür habe ich einiges an Gewicht verloren!

Im Januar 2020 werde ich meinen Hausarzt wechseln und dann bei einer Ärztin vorstellig werden, die sich angeblich sehr gut mit Hashimoto auskennt und auch mit natürlichen Schilddrüsenhormonen arbeitet. Darauf bin ich auf jeden Fall gespannt!

Nara Elling Portrait

Meine Zukunftspläne

Ich möchte gerne auf jeden Fall mit diesem Projekt weitermachen, da mir das sehr am Herzen liegt.
Ich erwarte kein Wunder, aber ich hoffe wenigstens ein paar Leute zu erreichen, denen es ähnlich geht und die von meinen Informationen profitieren können!

Ich möchte mir ein Standbein mit meinem Youtube Kanal aufbauen und einigen kleineren Nebenprojekten, weil ich es einfach liebe diese Dinge zu tun und ich gerne weiterhin Inhalt produzieren möchte für dich.

Natürlich habe ich auch vor weiterhin Keto zu betreiben. Für mich ist dies keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung. Ich würd schon manchmal gern wieder Nudeln essen, oder eine Scheibe Brot, aber ich weiss, dass es mir dann miserabel gehen würde aufgrund meiner Nahrungsmittel-Intoleranz.
Oder auch mal gerne wieder in ein zuckerreiches Stück Kuchen beißen!
Das sind allerdings nur Vorstellungen in meinem Kopf, keine körperlichen Sehnsüchte. Ich kenne das noch von damals, als ich mit dem Rauchen aufgehört habe.

Ansonsten wird mein Partner mich im Mai/Juni besuchen, einen genauen Termin haben wir noch nicht, und ich werde dann noch einmal in die USA reisen dieses Jahr, wohl wieder im Herbst.

Und dann geht es auch schon an die Planung entweder dahin zu ziehen, oder hier gemeinsam zusammen zu ziehen! Es stehen also große Pläne an.

Ich hätte auf jeden Fall keine Probleme damit, in die USA zu ziehen, dann könnte ich “Nara Elling” auch als legalen Namen annehmen, da mir das in Deutschland verweigert wird.

Ach, ich hab ja auch ganz vergessen, meine beiden Katzen vorzustellen!

Hier sind Luna und Amy, meine beiden alten Damen 🙂